Thema: Film, TV & Presse

  • Ebook-Abzocke: Kleiner Nachtrag (+ Werbung)


    Gut, wir haben mittlerweile bewiesen, dass Autoren klauen, dass Firmen klauen, dass qualitativ nicht mal Minimalstandards gelten – heute habe ich ein schönes Beispiel dafür gefunden, dass manche Leute mitunter "Bücher" auf den Markt werfen, die nicht mal für ein Listicle taugen.

    Nehmen wir diesen Band:

    Dem geschulten Auge fallen zwei Dinge auf: Die Collage im Hintergrund hat nichts mit Film zu tun, ist eine simple Sammlung lizenzfreier Bilder von Blumen, Tieren, Landschaften. Es hat nicht mal zu einem Mashup von Filmpostern gereicht.

    Und dann das: "20 Movie facts"…

  • Watching (6): Daredevil Staffel 2


    Wow, wie die Zeit vergeht – noch nicht mal ein Jahr rum und Marvel/Netflix haut uns schon die dritte Maxi-Serie um die Ohren. Nach dem spektakulären Start von "Daredevil" und der etwas mehr auf Drama setzenden "Jessica Jones"-Story muss die zweite Staffel des blinden Rächers beweisen, dass dieses Format seinen Groove gefunden hat.

    Nach Ansicht der ersten 2 Folgen lautet die Antwort: absolut. Und mehr.

    "Daredevil II" (ich wäre übrigens für einen Untertitel, sowas wie "Rise of the Punisher") schließt nahtlos an die erste Maxi-Serie an und setzt beim Zuschauer eine gewisse Grundkenntnis voraus…

  • Helmut Schmidt wirbt für den Kopp-Verlag?!


    Das klingt absurd. Nicht zuletzt deswegen, weil die olle Pfeife seit November 2015 unter der Erde raucht. Und dennoch:

    Da kann man schon mal verblüfft auf die Bremse treten und wie "häh?" gucken. Dann empfiehlt es sich allerdings, a) weiterzufahren, um den nachfolgenden Verkehr nicht zu behindern und b) mal ein bisschen zu recherchieren.

    Mir half in dieser Situation, dass ich bereits wusste, dass Zbigniew Brzeziński (und ja, diesen Namen habe ich sicherheitshalber aus der Wikipedia kopiert) in den 70ern ein Berater von Präsident Carter war…

  • Watching (5): The Night Manager


    Es ist bekannt, dass ich britischen Serien erheblich mehr zugeneigt bin als amerikanischen. Ich mag die Ernsthaftigkeit, das Drama, den Verzicht auf die ewigen Superlative. Wenn man sich vorstellt, was für ein schnarchiges, farbloses "Vergnügen" die Serien von der Insel bis in die 90er waren, wird die radikale Wende deutlich, die britische Sender und Produzenten geschafft haben, gerade im Bereich Krimi: "Luther", "Happy Valley", "Broadchurch", "Thorne", "Fortitude", "Sherlock", Singlehanded", "Ripper Street", "Good cop", etc. pp.

    Ich mag auch die Tatsache, dass die Briten immer noch gerne das Miniserien-Format bedienen und Handlungsbögen oft nach sechs Folgen abschließen…

  • Watching (4): Man in a Suitcase


    Ex-CIA-Agent McGill zieht – nur mit einem Koffer – durch die Welt und wird in bizarre Aufträge gezogen. In der Pilotfolge wird er entführt und für seine Beteiligung an einem Umsturz in Afrika physisch und psychisch gefoltert. Doch die Schuldfrage ist nicht einfach zu beantworten und McGill nicht leicht zu knacken.

    Eine recht kurzlebige Serie der späten 60er, die zu gleichen Teilen „The Prisoner“, „The Avengers“ und „Der Mackintosh-Mann“ channelt, die Paranoia ihrer Zeit, den Einbruch des Psychedelischen in die verschachtelte Welt der Geheimdienste. Intelligent und sehr präzise geschrieben, leidet „Man in a suitcase“ weniger am sehr artifiziellen Look (typisch für britische Serien dieser Zeit) als an ihrem stoischen, etwas faden Hauptdarsteller, dessen amerikanische Macho-Attitüde wenig Charme versprüht…

  • Sprung in der Schüssel: Mein All-Tag


    Vorbemerkung: Einen ähnlichen, deutlich reduzierteren Artikel habe ich vor vier Jahren bereits über das Sender-Angebot auf Ibiza geschrieben.

    Zweierlei Informationen habt ihr schon: Wir haben jetzt Satelliten-TV und das Ehepaar Wortvogel ist nicht so für den Schienenverkehr des Formatfernsehens zu haben. Was wir gucken, kommt von Scheibe oder aus dem Mediatheken, wird gestreamt oder heruntergeladen. Wir wissen weder, welche Reality-TV-Shows aktuell auf Vox laufen noch was der momentane Werbe-Claim von Burgerking ist. Dokus, britische Serien, ein paar Klassiker – wir sind wählerisch.

    Eigentlich bräuchten wir den Rummel aus dem Receiver also nicht…

  • Watching (3): Slasher, Moving Wallpaper


    Slasher Die junge Sarah kehrt in das Haus ihrer Eltern zurück, die kurz vor ihrer Geburt von einem maskierten Killer massakriert wurden. Die Nachbarn sehen die Heimkehr des „Henker-Opfers“ skeptisch und in der Tat kommt es zu einer Reihe neuer blutiger Todesfälle. Sarah beschließt, sich Hilfe beim ersten „Henker“ zu suchen, der seit damals im Hochsicherheitsgefängnis sitzt.

    Der Slasher gehörte nie zu den intelligentesten oder einfallsreichsten Subgenres des Horrorfilms. Als amerikanisierte und simplifizierte Dumpf-Version des deutschen Nachkriegskrimis und der italienischen Gialli wurde ihm jeder Novitätenwert in wenigen Jahren ausgetrieben, seither wird der Slasher immer wieder kopiert, neu erfunden, parodiert und zu Tode analysiert…