Thema: Film, TV & Presse

  • Konzertkritik: Chris de Burgh


    Jetzt hört auf zu lachen! Ich meine das ernst! Ja, Chris de Burgh! Nein, dafür muss ich mich nicht schämen. Nein, ich bin auch nicht retro-ironisch dahin gegangen. War ein Valentinstags-Geschenk meiner Lady in Red. Romantische Sache für ein Ehepaar im besten Alter. Ach, rutscht mir doch den Buckel runter. Ich muss mich schließlich nicht vor euch rechtfertigen…

    Ich gestehe aber, dass ich vor dem Besuch des Konzerts durchaus darüber nachgedacht habe, mit welcher Einstellung man dem mittlerweile schwer auf die 70 zugehenden de Burgh begegnen muss…

  • Kurzkritiken: Logan, LEGO Batman Movie, The man who haunted himself, Moontrap 2


    Logan Ich glaube, "Logan" ist der erste Superheldenfilm seit Jahren, der mich zwar interessiert hat, den ich im Kino aber verpasst habe. Das ist umso kurioser, da hier genau das versprochen wird, was ich seit Ewigkeiten einfordere: Solo-Filme innerhalb eines Superhelden-Universums, die eher wie Graphic Novels erzählt werden und sich endlich auch mal wieder an Erwachsene richten. Nach dem Erfolg von "Deadpool" traut man sich "hard r" und hier wird das nicht mal mit einer humorigen Grundeinstellung übertüncht.

    Der Vorgänger "The Wolverine" versuchte Ähnliches, krankte in meinen Augen aber an einer unentschlossenen "sowohl als auch"-Haltung…

  • Twin Peaks und die nackten Notwendigkeiten (NSFW)


    Ich habe die ersten Folgen der neuen Twin Peaks-Staffel gesehen. Für einen ausführlichen Review ist das zu wenig, aber in kurz: mir gefällt’s. Fast alle Charaktere mitsamt ihrer Darsteller sind wieder dabei, es werden gleich drei spannende neue Plots aufgemacht und verstörtes Kopfkratzen ist hier die Regel, nicht die Ausnahme.

    Es sei noch erwähnt, dass sich die Neuauflage/Fortsetzung in zwei Dingen von der ersten Minute an deutlich vom Original abhebt. So sieht man den Wasserfall im Vorspann nicht mehr von vorne, sondern von oben. Das ist den neuen Produktionsmethoden geschuldet, die für solche dynamischen Aufnahmen keine teuren Helikopter mehr brauchen, sondern auf Drohnen mit HD-Kameras zurück greifen können…

  • Konzertkritik: Bryan Ferry


    Es ist bekannt, dass es zu meinem Musikgeschmack zwei Meinungen gibt, die der Charakterisierung von Troubadix in den Asterix-Comics entsprechen: ich selbst finde ihn genial, alle anderen finden ihn unbeschreiblich. Deshalb verkneife ich mir Platten- und Konzertkritiken auch üblicherweise. Mir fehlt der Background, mir fehlt die Expertise, mir fehlt schlicht die Masse an Musik zum kompetenten Vergleich. Aber es ist Feiertag und ich hatte gestern einen guten Abend, also mache ich eine Ausnahme.

    Bryan Ferry ist mal wieder auf Tour. Ein alter Mann singt für alte Menschen…

  • Hyperland Redux (8): TV-Programm 2.0: Suchmaske statt Tabelle?


    Originaltext November 2014:

    Vom identitätsstiftenden Familienmagazin zum rotblauen Klon-Listing samt austauschbarer Blondine auf dem Cover: Mit der Vermehrung der TV-Sender ist eine Vermehrung der TV-Zeitschriften einher gegangen, die einen ruinösen Wettbewerb ausschließlich über den Preis betreibt. Dabei würde der Markt im Zeitalter des individualisierbaren Programmangebots ganz andere Ansätze brauchen.

    Über die 80er Jahre hinaus definierten Schüler ihren TV-Konsum über die daheim verfügbare Fernsehzeitschrift: Es gab Hörzu- und Gong-Kids, Familien mit TV Hören & Sehen oder der sympathisch altmodisch betitelten Funkuhr. In anspruchsvoller interessierten Haushalten musste die kostenlose Beilage zur Wochenzeitung reichen, Vorreiter mit Videorekorder und Privatfernsehen griffen gerne zur hochmodernen TV Spielfilm…

  • Goodbye Thunderfoot – thanks for all the fish (Nachtrag)


    Wer schon länger auf YouTube unterwegs ist, kennt <a href=" Genauere Details über Phil Mason kann man hier nachlesen. Der Mann ist Vlogger-Urgestein, war lange Jahre einer der führenden Köpfe zuerst der Atheisten, dann der Anti-Feministen, generell auch der Skeptiker. Was ihn auszeichnet: Er weiß, wovon er redet. Er ist Wissenschaftler und hat sich mit allen Themen, die er bespricht, auch ausführlich auseinander gesetzt. Hinzu kommen seine ruhige Art, seine klare Sprache, seine undogmatische Herangehensweise. Die Höchstmaß an Aggression bei Thunderfoot ist die entgeisterte Empörung…

  • Depp des Tages (3): Dirk Lorenzen, der Deutschlandfunk und die Phantomzeit


    Ihr wolltet ja, dass ich mir nicht immer einfache "Opfer" suche…

    Depp des Tages ist heute der Wissenschaftsjournalist Dirk Lorenzen, der regelmäßig für den Deutschlandfunk arbeitet. Wie so jemand von mir die Bezeichnung "Depp" angeheftet bekommen kann? Steht der denn nicht auf meiner, der skeptischen Seite, und entlarvt allerlei verschwörungstheoretischen Unfug?

    Ja. Und nein. Weil man das richtig und falsch machen kann.

    Etwas Kontext: Es gibt die Theorie der Phantomzeit, zu der auch die Annahme eines "erfundenen Mittelalters" gehört. Ganz grob gesagt: Knapp 300 Jahre zum Ende des ersten Jahrtausends nach Christus haben nie stattgefunden, sondern wurden im Nachhinein in den Kalender geschummelt, um massive Fälschungen zu verschleiern und Schenkungen zu rechtfertigen, die im Mittelalter die Machtgefüge zementierten…