Thema: Film, TV & Presse

  • Hyperland Redux (10): „Defiance“: Science Fiction als Crossover-Multimedia-Experiment


    Originaltext April 2013:

    Praktisch zeitgleich startet in diesen Tagen in mehreren Ländern eine neue Actionserie, die altbekannte Motive des Westerns in eine ferne Zukunft überträgt. Aus Indianern werden Aliens, aus Pferden Motorräder, und die Stadt St. Louis wird zum futuristischen Fort Alamo. Spannend ist „Defiance“ aber hauptsächlich deshalb, weil die Produzenten parallel zur Serie eine riesige Online-Welt geschaffen haben. TV-Episoden und Game sollen sich gegenseitig befruchten. Ob die Rechnung aufgeht, ist noch völlig offen.

    Es ist ein mutiges Konzept, das steht außer Frage. Bisher schuf der Erfolg in einem Medium den Bedarf im anderen…

  • Kino Kritik: Mindhorn


    England 2016. Regie: Sean Foley. Darsteller : Julian Barratt, Simon Farnaby, Essie Davis, Russell Tovey, Steve Coogan, Andrea Riseborough, Kenneth Branagh, Simon Callow u.a.

    Story : Richard Thorncroft war Ende der 80er als Detektiv "Mindhorn" in England für kurze Zeit so etwas wie ein Star. Aber der Erfolg stieg ihm zu Kopf, er scheiterte in Hollywood und ausgerechnet sein gedemütigter Sidekick wurde mit dem Spinoff "Windjammer" zum Dauerbrenner auf britischen Bildschirmen. Thorncroft, reduziert auf peinliche Werbespots und magere Gastauftritte, sieht die Bitte des Polizeipräsidiums der Isle of Man, ihnen bei der Jagd nach einem Killer mit Mindhorn-Fetisch zu helfen, als zweite Chance…

  • Summertime Leseliste


    Lesen bildet!

    Dass Pop ein Business ist und dass Erfolge gekauft werden, ist eine Binsenweisheit. Dieser Artikel vom Deutschlandfunk handelt deshalb nicht nur vom Glamour, sondern von den vielen fleißigen Handwerkern, die alle hoffen, irgendwann für das nächste "Shake it off" verantwortlich zu sein – oder wenigstens das nächste "Atemlos".

    Ich hatte ja schon über betrügerische Autoren geschrieben, die Werke anderer als ihre eigenen ausgeben. Auf der Webseite der irischen Zeitung Independent kann man nun aus erster Hand nachlesen, wie man sich als Bestseller-Autorin fühlt, deren Werke und Konzepte plötzlich unter anderem Namen auftauchen…

  • Hyperland-Redux (9): Mal schnell ein Tablet am Automaten ziehen


    Originaltext Januar 2014:

    Hummer, Regenschirme, Unterwäsche: Es gibt mittlerweile kaum etwas, das sich nicht am Automaten kaufen lässt. Im Gegensatz zum Ladengeschäft spart der Anbieter Fläche und Personal, damit Geld. Nun versucht sich auch Online-Riese Amazon am Straßenverkauf.

    Der Automat ist ein treuer Begleiter des Menschen durch das Zeitalter der Industrialisierung. Seine Bedienung ist eine perfekte Metapher für den globalisierten Markt: Der Kunde gibt sein Geld, die Maschine spuckt ein Produkt aus. Woher die Ware kommt, wer den Automaten bestückt, was die Strukturen dahinter sind…

  • Babylon 5: I have a dream


    Stephen Furst ist letzte Woche gestorben. Wieder ein Schauspieler von "Babylon 5", der zu früh abberufen wurde. Ich habe ihn mal live auf der Bühne erlebt. Ein netter, bescheidener Mensch. Er ist nun bei Andreas Katsulas, bei Richard Biggs, bei Jerry Doyle, bei Jeff Conway, bei Michael O’Hare. Keine schlechte Besetzung, um auf "der anderen Seite" neue Abenteuer durchzuspielen.

    Bei der Erwähnung von Furst wurde natürlich mantramäßig wiederholt, was für eine tolle, bahnbrechende, anspruchsvolle und komplexe Serie "Babylon 5" war. Wer wüßte das besser als ich…

  • Kindle Kiosk & Prime Reading: Lesen, bis der Arzt kommt


    Ich bin aktuell voll "retro", was meinen Medienkonsum angeht. Olle Filme habe ich ja sowieso immer schon gerne geschaut. Aber derzeit genieße ich es, antiquarische Hörspiele zu hören, alte Jahrgänge legendärer Cartoons zu lesen und Klassiker als Ebooks zu verschlingen. Mich entschleunigt das – zu meiner eigenen Überraschung.

    Da ich aber ein Kind der verpönten Kostenlos-Kultur des Internets bin, schaue ich natürlich immer, wo es gerade was preiswerter oder gar umsonst gibt. So hatte ich von den großartigen Crackanory-Lesungen ja schon berichtet.

    Ebenfalls ein guter Startpunkt für die digitale Belletristik-Sammlung sind gemeinfreie Werke, die günstig rausgehauen werden…

  • Battle of the Bots: Rifftrax vs. MST3K


    Das Erste, was mir zu MST3k einfällt, ist eine lange Nacht in LA irgendwann in den 90er Jahren. Auf einem dieser obskuren terrestrischen Kanäle stieß ich erstmals auf eine Episode dieser Show, die nie (außer in Form einer Video-Veröffentlichung des Kinofilm-Spinoffs) nach Deutschland gekommen war. Es wurde irgendein italienischer Sandalenfilm veralbert. Ein Typ in Toga und mit Speer tritt ins Bild, Crow schreit "Pizza! Pizza!". Ich verstand den Verweis auf die Fastfoodkette "Little Caesars" und lachte mich halb schlapp. I was hooked.

    Das Zweite, was mir zu MST3K einfällt, ist meine Kündigung des legendären Video Watchdog-Magazins…