Thema: Film, TV & Presse

  • Kino Kritik: Alien: Covenant


    USA 2017. Regie: Ridley Scott. Darsteller : Michael Fassbender, Katherine Waterston, James Franco, Guy Pearce, Billy Crudup, Danny McBride u.a.

    Story : Die "Covenant" ist auf dem Weg zu einem (hoffentlich besiedelbaren) Planeten mit knapp 2000 Kolonisten im Cryo-Schlaf. Der für die Wartung zuständige Android Walter weckt die Kern-Crew, als ein Sonnensturm das große Solarsegel beschädigt. Kurz darauf wird ein Funkspruch von einem bisher unbekannten Planeten empfangen, der noch bessere Lebensbedingungen verspricht und schneller zu erreichen wäre. Kaum dort angekommen, wird die Mannschaft mit den Überresten einer äonenalten Zivilisation, Hinweisen auf einen früheren Schiffbruch eines terranischen Raumschiffs und ein paar außerordentlich aggressiven Aliens konfrontiert…

  • Provokation als Publicity: Nina Hagen Edition


    Über Nina Hagens musikalisches Können und ihre musikhistorische Bedeutung kann ich nichts sagen – ich kenne zu wenig von ihr, um kompetent zu sein. Das bisschen, was ich kenne, finde ich manchmal erfrischend rebellisch, manchmal aber auch maßlos affektiert.

    Der "öffentliche Mensch" Nina Hagen ist mir allerdings schon immer ungeheuer auf den Keks gegangen, weil die Frau eine Eigenschaft hat, die mich triggert: sie taumelt von einer Scheißidee zu nächsten, von der Sucht in die Sekte, mutiert von der Anarcho-Braut zur Volks-Mama – und verlangt für jeden ihrer Hirnfurze lautstark Respekt…

  • Deutschland, deine Dokumentaristen: Haben wir zu wenig Kultur für die Kulturgeschichte?


    Langjährigen Lesern meines Blogs ist bekannt, dass bei uns daheim bevorzugt britische Dokumentationen geschaut werden. Natur, Kultur, Kulinarik – irgendwie scheinen die englischen Sender deutlich breiter und besser aufgestellt, wenn es darum geht, die vergangene und aktuelle Welt abzubilden und aufzuarbeiten. Das gilt besonders, seit sich bei uns das widerliche Stilmittel durchgesetzt hat, zu wirklich jedem Thema irgendein paar unbeteiligte Spaßnasen vorgefertigte Sprüche absondern zu lassen:

    "Bismarck? Wieso Kanzler? Ich dachte, der hat den Hering erfunden!"

    Lange Zeit unterstellte ich, dass Deutschland vielleicht zu wenig Themen hat, zu wenig relevante Geschichte(n) jenseits des totdokumentierten Dritten Reichs samt folgendem Wirtschaftwunder mit den immer gleichen Aufnahmen von Trümmerfrauen und Mauerbau…

  • ESC 2017: Nachgedanken und Fazit


    Okay, weil heute anscheinend jeder noch mal den ESC rekapituliert, hier meine 2 Cents:

    Ein guter Jahrgang, in dem deutlich mehr regionale Aspekte und Lokalkolorit präsentiert wurden. Ich begrüße die geringere Anzahl an Power-Balladen und Faux-Musical-Nummern, bei denen Damen in langen Kleidern melodramatisch die angespannten Hände gen Himmel strecken. Diesmal keine reine Gag-Nummer. Tolle virtuelle (durch reale Requisiten ergänzte) Bühnenbilder.

    Auf der Minus-Seite: Entsetzliche Moderatoren. Die zweigeteilte Punktevergabe ist scheiße, bitte zurück zum alten System.

    Ich kann mit dem Siegersong gut leben, habe die vielleicht einen Tacken zu hippe Heulnummer gestern so beschrieben: "Ein Song, zu dem ich in einsamen Nächten weinen werde und der mich versteht, obwohl ich ihn nicht verstehe…

  • Superhelden-Overkill-Apokalypse


    In den letzten drei, vier Jahren bin ich von einem großen Befürworter von Superhelden-Verfilmungen zu einem weitgehend schweigenden Kritiker geworden. Und heute will ich über die Gründe schreiben. Anlass ist dieser Teaser Trailer für eine NEUE Marvel X-Serie von Brian Singer:

    Das sieht nicht schlecht aus, auch wenn der endgültige Trailer am 15.5. sicher eine bessere Einordnung zulässt. Trotzdem war meine Reaktion:

    "fer fucks' seek, not anuther 'un!!!"

    Ich brauche eigentlich gar nicht zu argumentieren – es reichen die Zahlen. Hier die 2017 in die Kinos gekommenen/kommenden Superhelden-Blockbuster:

    Logan Lego: Batman Movie Guardians of the Galaxy 2 Thor 3: Ragnarok Justice League Wonder Woman Spider-Man: Homecoming Bloodshot

    Dabei zähle ich nicht mal die Quasi-Superhelden-Verfilmungen wie "Power Rangers" oder "Transformers"…

  • Wie guckt ihr Filme?


    Ich nehme die offensichtlichsten Antworten mal vorweg: Wach. Mit den Augen. Betrunken. Ohne Scham.

    Aber ich meine etwas anderes. Ich interessiere mich für eure Abläufe, eure Routinen. Weil ich mich beim Fantasy Filmfest dieser Tage mit dem Doc Acula unterhalten habe, wie er so viele Filme in so kurzer Zeit wegschafft. Multitasked er etwa? Ja, stellt sich raus: Nach seiner Aussage schaut er in jeden Film konzentriert rein, aber wenn er nicht "gepackt" wird, fängt er nach spätestens 20 Minuten an, nebenher noch andere Sachen zu machen…

  • Stuff I love: Jackanory/Crackanory


    Ein Grund, warum ich das englische Fernsehen so mag, liegt in der Tatsache begründet, dass es sich aufgrund seiner teilkommerziellen Struktur gerne mal dem blanken Profitdenken verweigert und über Jahrzehnte exzentrische Programme produziert, die vom Ausland entweder ignoriert oder belächelt werden.

    So, wie wir Deutschen die Mainzelmännchen und die Sendung mit der Maus vergöttern, so hegen und pflegen die Briten Kindershows wie Blue Peter (läuft seit 1958) oder eben: Jackanory. Dabei handelte es sich um eine Sendung, in der für Kinder geschriebene oder zumindest bearbeitete kurze Geschichten u.a…