• Kostenlos, aber nicht umsonst: Social Media Influencer als Produktparasiten


    Es gibt gerade mal wieder eine Fehde, die ist zu saftig, um sich nicht drüber zu amüsieren. In kurz: Die erfolgreiche YouTuberin Elle Darby fragt bei einem Hotel an, ob sie dort kostenlos wohnen dürfe, wenn sie dann kräftig für das Hotel trommle – in Vlogs, auf Instagram, etc. Das Hotel reagiert unerwartet: man zeigt Elles Anfrage hämisch kommentiert auf Facebook und schwärzt ihren Namen (absichtlich?) so, dass er mit ein wenig Justierung der Helligkeit doch noch zu lesen ist.

    Ein Shitstorm bricht los, Elle wird als geizig-gieriges YouTube-Miststück an den digitalen Galgen gehängt, das Hotel bringt sogar noch T-Shirts mit Nachtretereien raus…

  • Hyperland Redux (15): Review Trolling: Amazon-Rezensionen als humoristischer Spielplatz


    Originaltext Januar 2014:

    Eigentlich sollen User-Kritiken nicht mehr und nicht weniger sein als eine Orientierungshilfe. Doch seit jeher werden sie auch genutzt, um schamlos Eigenwerbung zu betreiben, Konkurrenten zu diskreditieren und persönliche Fehden auszutragen. Jetzt hat die Spaß-Guerilla die Möglichkeiten des Review-Trollings entdeckt – und Amazon ist machtlos.

    Generell gilt die Faustregel: Je mehr, desto besser. Eine große Menge an Nutzerkritiken gleicht Fakes und Eigenlob aus, sorgt für ein grob plausibles Stimmungsbarometer. In manchen Fällen fungiert die Usergemeinde auch als Korrektiv: Als ein Ebook namens „Intersection“ mit uncharmant „entliehener“ Cover-Artwork angeboten wurde, fanden sich gleich mehrere Autoren, die den Kopisten in wütenden Reviews zur Rede stellten…

  • Fantasy Filmfest White Nights 2018: The Shape of Water


    USA/Kanada 2017. Regie: Guillermo del Toro. Darsteller: Sally Hawkins, Michael Shannon, Richard Jenkins, Octavia Spencer, Michael Stuhlbarg, Doug Jones, David Hewlett

    Offizielle Synopsis: Im 60er Jahre-Amerika des Kalten Krieges verliebt sich eine stumme Putzfrau in eine amphibienartige Kreatur, die, von der Regierung gefangen gehalten, mit geheimen Experimenten gequält wird.

    Kritik: Ich kann wenig zu diesem Film schreiben, was ihr in den nächsten Wochen nicht anderswo auch lesen werdet. Er hat bereits Dutzende Preise eingesammelt, er wird vermutlich Hunderte weitere bekommen. Er ist "talk of the town", Oscar-Anwärter und so eine Art "Amelie", ein Märchen für Erwachsene, die mal wieder glauben wollen, dass auch in der noch so kalten Welt ein warmes Herz schlagen kann…

  • Fantasy Filmfest White Nights 2018: Let the corpses tan


    Frankreich/Belgien 2017. Regie: Hélène Cattet, Bruno Forzani. Darsteller: Elina Löwensohn, Stéphane Ferrara, Bernie Bonvoisin, Hervé Sogne, Marc Barbé u.a.

    Offizielle Synopsis: In einem verfallenen Gemäuer mit Meerblick treffen aufeinander: eine Künstlerin und ihre beiden Lover auf der Suche nach Inspiration, drei scheinbar arglose Touristen, ein brutales Gangstertrio und zwei Motorradcops. Ohne Rücksicht auf Verluste gehen sie aufeinander los im Kampf um Leben und Tod – und um 250 Kilo reinstes Gold.

     

    Kritik: Ich bin mit dem Regie-Duo Cattet/Forzani am Scheideweg – nach dem großartig konsequenten "Amer" und dem ebenso konsequent vergeigten "The strange colour of your body’s tears" müssen die beiden nun beweisen, ob sie als One Hit Wonder abgehakt oder als europäische Kino-Hoffnung bejubelt werden dürfen…

  • Fantasy Filmfest White Nights 2018: Hostile


    Frankreich 2017. Regie: Mathieu Turi. Darsteller: Brittany Ashworth, Grégory Fitoussi, Javier Botet, Jay Benedict, David Gasman, Carl Garrison, Richard Meiman, Mohamed Aroussi

    Offizielle Synopsis: Die taffe Juliette brettert in einem rostigen Jeep durch eine karge Wüstenlandschaft, auf der lebensgefährlichen Suche nach Benzin und Nahrung. Ihre Route ist gesäumt von ausgebrannten Fahrzeugen und massakrierten Leibern. Postapokalypse? Kriegsszenario? Immer wieder sucht sie Schutz vor Wesen, die lange Zeit nur zu hören sind. Creature Feature? Zombie-Invasion? Backflash. Besagte Juliette beginnt als labile New Yorkerin eine Romanze mit dem mondänen Galeristen Jack…

  • Fantasy Filmfest White Nights 2018: Cold Skin


    Regie: Xavier Gens. Darsteller : David Oakes, Aura Garrido, Ray Stevenson, John Benfield, Iván González, Ben Temple u.a.

    Offizielle Synopsis: Die nie namentlich genannte Hauptfigur kommt 1914 als Wetteroffizier an den gottverlassensten Ort der Welt: eine zerklüftete Insel am Südlichen Polarkreis. Die Hütte, die der Brite beziehen soll, ist verwahrlost, sein Vorgänger verschwunden. Einziges weiteres Zeugnis menschlicher Existenz auf dem Eiland ist ein Leuchtturm – bewährt mit unzähligen zugespitzten Stämmen. Weshalb, erfährt der Neuling in der ersten Nacht, als es an der Tür rüttelt. Doch den Eindringlingen geht es eindeutig nicht um einen nachbarlichen Begrüßungsumtrunk…