• It’s an Abby Sunday (7): Fight for your right to party!


    Unsere Katze ist keine drei Jahre alt. Das scheint mir offensichtlich. Sie will ausdauernder und intensiver bespielt werden als die gleichaltrigen Bratzen, die als Spielgruppen in unserem Hinterhof herum toben. Ihr Favorit ist dabei der nicht enden wollende Kampf mit dem "Spielzeug an der Angelrute", bevorzugt geführt von ihrem Hauptquartier aus, dem pinkfarbenen Katzenfutter-Werbezelt. Nichts versetzt Abby mehr in begeisterte Rage als ein kleiner Bommel, der außen um ihr Zelt herum streicht.

    Wenn man ihren Spieltrieb lange genug ignoriert, setzt sich Abby präventiv in ihr Zelt und wartet ab…

  • Der Herr weidet mich auf grünen TV-Auen, es wird mir an Sendern nicht mangeln…


    Auf Ibiza haben wir Satellitenfernsehen, das wohl gleich von mehreren umlaufenden Strahlemännern gespeist wird (ich kenne mich da nicht so aus). Spasseshalber habe ich mal durch die Programmübersicht des Receivers geklickt, um zu sehen, welche schätzungsweise 700 Sender da so im Angebot sind. Es ist eine Reise ins Wirrland, auch wenn man sich nur auf die Programmtitel beschränkt.

    Ein sattes Dutzend Programme aus der schier endlosen Liste lässt sich schon dem Titel nach dem religiösen oder konkret kirchlichen Spektrum zuordnen:

    Angel TV Prophetic Living God Carpe Diem Spirit Word Miracle TV Heaven TV Islam TV Hope Channel Bibel TV GOD TV Church Channel Ich möchte nicht ausschließen, dass es doppelt so viele sind, deren arabische und asiatische Namen ich lediglich nicht korrekt übersetzen kann…

  • Digitale Nostalgie: 9 Netzprojekte von anno dazumal


    Es ist erstaunlich bis erschreckend, dass die Nostalgie langsam schon die digitale Frühzeit erreicht. Retro-Gaming, Computer-Museen, Tetris-Tapeten – alles Erinnerungen an eine verklärte Ära, je nach Einstellung fasznierend bis peinlich für eine Generation, die mit Handys und Internet aufgewachsen ist, die keine Welt ohne ipod und SMS kennt.

    Ich bin seit 1995 im Netz, meine ganz persönliche Internet-Erfahrung wird also im nächsten Jahr volljährig (strafmündig?). Will sagen: Ich könnte legal mit jungen Frauen schlafen, die gerade geboren wurden, als ich das erste Mal den Netscape-Browser öffnete…

  • Buch-Kritik: „Sonky Suizid“ von Gero Reimann


    „Jeder Satz würde ihm aus dem Mund gerissen werden und die Bedeutungen der Wörter, der Sätze, der Zeichen, die Bedeutung des Codes, würde sich gegen das wenden, was er aussprechen wollte, gegen das, was er fühlte.“

    Ich bespreche selten Bücher, noch seltener Romane. Das kommt daher, dass ich kaum noch Romane lese. Es fehlen mir die Zeit und die Ruhe dazu. Das führt auch dazu, dass ich nicht besonders kompetent bin, komplexere Romane zu besprechen, weil mir das schiere Volumen des notwendigen Backgrounds abgeht.

    Bei „Sonky Suizid“ fühle ich mich allerdings verpflichtet, handelt es sich doch um den 1983 geschriebenen, aber erst 2011 posthum (der Autor verstarb 2009) veröffentlichten „großen Roman“ des Dick-Fetischisten und Feuilleton-Kombattanten Gero Reimann…

  • Hollywood Fiction: Eine Frage des Alters


    In Hollywood (und nicht nur da) wird um der Karriere willen viel geschummelt, das ist bekannt. Schwule geben sich hetero oder zumindest bi, Verheiratete geben sich single, Junkies drehen TV-Spots für „Just say no“. Viele Schauspielerinnen verheimlichen so lange wie irgend möglich ihr wahres Alter, weil ihr Kapital nicht das Alter, sondern die „age range“ ist – also die Spannbreite, die sie spielen können (in professionellen Vitas ist das auch so angegeben: z.B. „age range 20-35“). Vor einiger Zeit hat eine Darstellerinnen die IMDB verklagt, weil sie die Aufdeckung ihres wahren Alters für karriereschädigend hält…

  • It’s an Abby Sunday (6): Mit einem Grumpf schalumpft


    Wherever you go, I go:

    Abby ist seit Montag in einer Katzenpension. Es hat keine zwei Tage gedauert, bis mich die LvA genötigt hat, von Spanien aus dort anzurufen, um nachzufragen, wie unsere Katze sich dort eingelebt hat. Gut, wurde uns versichert.

    Es ist uns schon häufiger aufgefallen, dass die Katze ganz dem Klischee gemäß mehr als ein Haustier geworden ist. Britta und ich verfallen in Rollenmodelle, die weniger mit Herrchen und Frauchen, dafür mehr mit Papa und Mama zu tun haben.

    Britta verwöhnt die Katze…