Chronistenpflicht, Chronistenkür
Wer in den 80ern aufgewachsen ist, kennt dieses Buch. Es war der Beginn eines gigantischen Booms. Plötzlich gab es überall Chroniken, die teilweise unfassbar komplexe Epochen oder Themen bildlastig und mit verständlichen Texten zusammen zu fassen suchten. Dahinter steckte der Versuch, einem immer lesemüderen Publikum ein Verständnis der großen Zusammenhänge zu vermitteln, ohne ein humanistisches Studium absolvieren zu müssen. Die fetten Hardcover-Schinken waren ein beliebtes Geschenk, auch wenn fraglich bleibt, wie viele dieser Geschenke ungelesen blieben.
Der Chronik-Verlag, damals ein Imprint des Harenberg-Verlages, machte daraus ein Geschäftsmodell: Weil die "Chronik des 20…
