Thema: Film, TV & Presse

  • Das große Clint Eastwood Buch (Band 1)


    Machen wir uns nichts vor: Ich habe viele gute Gründe, diesen Prachtband wohlwollend zu besprechen, die nichts mit der tatsächlichen Qualität zu tun haben. Autor Tobias Hohmann ist fleißiger Leser und Kommentator dieses Blogs, ich habe auch schon seine früheren Arbeiten gemocht, er hat mir den 49 Euro teuren Band zum Zwecke des Reviews geschenkt und ganz generell bin ich der Meinung, dass die deutsche Filmbuch-Landschaft nach Kräften gefördert gehört. Wie neutral kann ich da noch sein? Das lastet schwer auf meiner Integrität.

    Aber ehrlich gesagt: Ich empfehle euch "Das große Clint Eastwood Buch (Band 1)" vor allem deshalb, weil ich sicherstellen möchte, dass mir Tobias zeitnah Band 2 schickt…

  • Der Medienmanipulator als Agent Provocateur: Schwarze Schafe sind noch lange keine Wölfe


    Es gibt eine Frau in England, die heißt Katie Hopkins. Die zieht primär durch Reality-Shows und schreibt Kolumnen, in denen sie dummes Zeug redet. So echauffiert sie sich, dass Prominente ihren Kindern gerne Namen von Örtlichkeiten geben (Brooklyn, Denver) – obwohl ihre eigene Tochter India heißt. Außer ein paar dumpfbackigen "Sun"-Lesern, die ihre Auswüchse mit einem gegrummelten "right on!" kommentieren, schämt sich das Königreich für diese anmaßende und zugleich unterbelichtete Frau. Das Ergebnis? Hopkins wöchentlicher Dünnpfiff produziert Blogger-Aufstände, Shitstorms, Gegenreden, Klicks, Quoten, Geld.

    Bei der WELT schreibt eine hübsche junge Frau namens Ronja von Rönne Kolumnen voll…

  • Begeisterung unerwünscht


    Ich hatte gar nicht vor, darüber zu schreiben. Besser gesagt: Ich wollte ganz anders darüber schreiben, wenn überhaupt. Aber dieser Artikel, auf den BILDblog heute verwiesen hat, motiviert mich, das Thema "fotografieren im öffentlichen Raum" doch mal mit einer ganz persönlichen Anekdote anzugehen.

    Wie ihr wisst, bin ich bei meiner Arbeit für die "Liebes Land" permanent mit dem Thema Bildrechte konfrontiert. Wer bei uns vor die Linse kommt, muss einen Vertrag unterschreiben, mit dem er sich einverstanden erklärt, dass wir die Bilder auch verwenden. Sicherheit für beide Seiten – niemand muss mitmachen, aber es kann auch hinterher niemand behaupten, er hätte das gar nicht gewollt…

  • Kino Kritik: "Avengers: Age of Ultron" (spoilerfrei)


    USA 2015. Regie : Joss Whedon. Darsteller : Robert Downey Jr., Chris Hemsworth, Chris Evans, Scarlett Johansson, Aaron Taylor-Johnson, Jeremy Renner, Cobie Smulders, Samuel Jackson, Elizabeth Olsen, Mark Ruffalo, Don Cheadle, Thomas Kretschmann u.a.

    Offizielle Synopsis : Es ist einige Zeit vergangen, seit die Avengers New York gegen den Angriff einer außerirdischen Armee verteidigt haben. Jeder ist seitdem seinen eigenen Weg gegangen und manch einer hatte sein ganz persönliches Abenteuer zu bestehen. Als Milliardär Tony Stark ein stillgelegtes Friedensprogramm reaktiviert, gerät die Situation plötzlich außer Kontrolle und das Schicksal der Erde steht auf dem Spiel…

  • Inhaltsangaben zum Abschalten (redux)


    Ich habe mir hier und hier bereits Gedanken über Inhaltsangaben gemacht, die weniger über den Film aussagen als über die prätentiöse Großmäuligkeit der Macher. Da geht es gar nicht darum, einem potenziellen Zuschauer die Story zu vermitteln, sondern nur darum, ihm die eigene Brillanz und die unübertreffliche Schwere des Projekts zu verdeutlichen.

    Schauen wir uns zum Beispiel mal "Fractured" an, einen Thriller, der nach dem Plakat und der Besetzung mit Jake Busey und Eric Roberts bestenfalls im C-Bereich angesiedelt sein dürfte und zuerst einmal den Eindruck eines aus den 90ern geflüchteten Billig-Reißers macht…

  • Fernsehen ist das neue Kino – andererseits…


    "X-Files" war acht Jahre lang der Maßstab für TV-Mystery:

    "X-Files" war zweimal ein Totalausfall im Kino:

    "21 Jump Street" war eine trendy Krimiserie der 90er:

    "21 Jump Street" ist nun eine Reihe erfolgreicher Kinofilme:

    "A-Team" war eine glorreiche TV-Serie in den 80ern:

    "A-Team" steht nun für einen missratenen Action-Blockbuster:

    "Bewitched" war in den 60er und 70ern eine beliebte Sitcom:

    Für Will Farrell und Nicole Kidman war "Bewitched" ein Kinoflop:

    "Dark Shadows" war die einzige Grusel Soap Opera im US-TV:

    "Dark Shadows" war nicht der einzige Kino-Flop von Tim Burton:

    "Firefly" konnte im Fernsehen nur die Kult-Crowd begeistern:

    "Firefly: Serenity" konnte auch im Kino nur die Kult-Crowd begeistern:

    It’s not the medium – it’s the message…

  • Fernsehen ist das neue Kino – bzw. das alte


    Im letzten Jahrtausend war "12 Monkeys" ein großartiger Kinofilm:

    Mittlerweile ist "12 Monkeys" eine maue Fernsehserie:

    Anno 1998 war "Blade" ein cooler Vampirfilm:

    Vor sieben Jahren wurde daraus eine uncoole TV-Serie:

    1996 war "Fargo" ein geiler Film:

    2015 ist "Fargo" eine geile Serie:

    Vor zehn Jahren war "Daredevil" ein schlechter Kinofilm:

    Nun ist "Daredevil" eine großartige Fernsehserie:

    2008 war "Terminator: Salvation" bestenfalls ein mäßiger Kinofilm:

    2009 war "Terminator: The Sarah Connor Chronicles" eine der besten Fernsehserien des Jahres:

    In den 90ern war "Scream" eine Reihe ironischer Horrorfilme:

    Jetzt ist auch "Scream" eine Fernsehserie – für MTV:

    Strange days, indeed…