Thema: Neues


  • Platzhalter-Journalismus


    Diverse Blogs amüsieren sich in letzter Zeit über die Unsitte einiger Websites, Texte auf Gedeih und Verderb zu bebildern, und sei es mit Symbol-Fotos, die nicht wirklich dem Inhalt entsprechen. Das kann mitunter verspielt wirken, meistens ist es affig, oft sogar absurd. Die üblichen Verdächtigen sind hier die Webseiten der Nachrichtensender – und die Netzeitung.

    Und in letzterer wurde ich eben auch bei einem Interview mit der Richard Wagner-Nachfahrin Katharina Wagner fündig.

    Muss man Dieter Nuhrs Spruch nicht langsam mal abwandeln, nach dem Motto: "Wenn man nichts zu zeigen hat, einfach mal mal das Bild-Archiv zulassen"…

  • Lieber Lech Kaczynski…


    … natürlich hätte Polen ohne die Toten des Zweiten Weltkriegs heute mehr Einwohner, vielleicht sogar 66 Millionen.

    Aber Deutschland in den Grenzen von 1937 auch.

    Wenn man in einem Verein mit 1:26 Stimmen (oder 25 – was is', Tschechien?) in der Minderheitenecke steht, sollte man zustimmen oder austreten. Alles andere wäre… diktatorisch irgendwie. Und damit haben Sie doch wahrlich keine guten Erfahrungen.

    Bei 1,57 kann Ihnen klein beigeben doch nicht schwer fallen.

    Willkommen in der Europäischen Gemeinschaft .

    Ich mein ja bloß zum Denkanstoß…

    Ihr Torsten Dewi…

  • Win/Win-Journalismus mit den Verlierern


    Die BILD hat mal wieder eine schreiende Ungerechtigkeit anzuprangern:

    Hintergrund: Die Bundesregierung hat die Unterhaltszahlungen neu geordnet, ein paar Berechnungstabellen nachjustiert.

    "Schock", eine der Lieblingsvokabeln der BILD (neben "Riesenzoff" und "Riesenwirbel"), wird natürlich ganz oben gesetzt. Erwartungsgemäß kann BILD auch blitzschnell ein paar junge Mütter auffahren, die sich nun nicht mal mehr das Schwimmbad mit dem Nachwuchs leisten können. Sowas nennt man "testimonial", und es ist genau so glaubwürdig wie die "Mutter", die in der Werbung die Fruchtzwerge anpreist.

    Wir ahnen schon: Viel heiße Luft…

  • Auch mein ältester Kumpel wird nicht jünger


    Das hier ist eine nordamerikanische Rotwangen-Schmuckschildkröte:

    Bis in die 80er Jahre konnte man diese Spezies in deutschen Zoogeschäften kaufen. Meistens nicht größer als ein Fünfmarkstück, und selten mit einer Lebenserwartung jenseits der drei oder vier Jahre. Erkennbar leicht an den knallroten Streifen auf den Wangen über dem (verdeckten) Hörkanal, deshalb auch der englische Name "Red Ear Slider". In den Florida Keys sieht man diese Tiere zu tausenden in den Sumpfgebieten hocken.

    Marlowe bekam ich, als ich eingeschult wurde. Damals war ich sechs, und er auch fast noch frisch geschlüpft…

  • Kein Problem


    … habe ich mit den Zeugen Jehovas. Moralisch wie historisch kann ich sie sogar respektieren – und mit dem "Wachturm" in der Hand vor der Apotheke sind sie auch nicht lästiger als Fahrradständer oder Verteilerkästen.

    Zweihundert Meter von meinem Haus entfernt befindet sich der Königreichssaal Giesing dieser Religionsgemeinschaft. Erwartungsgemäß hört und sieht man von denen nichts. Es gehen mitunter nur verdächtig viele sorgsam gekleidete Menschen durch mein Viertel.

    Ungefähr ein mal im Jahr klingeln sie bei mir – immer im Doppelpack. Dann lächel ich, bedanke mich für den Besuch, ehre ihren unerschütterlichen Glauben, erkläre aber unmissverständlich, als zufriedener Atheist leider kein geeignetes Konvertierungsobjekt zu sein…