Thema: Neues


  • „Writers get no pussy“ – und andere Dinge, die ich von Harry Towers gelernt habe (1)


    Auf die Frage, wie man Drehbuchautor wird, antworte ich für gewöhnlich: „Aus Notwehr“. Das ist in meinem speziellen Fall nicht einmal Koketterie. Es ist vielmehr die Geschichte von „Sumuru“, dem ersten Film, der im Vorspann meinen Namen trug. Und es ist die Geschichte meiner Bekanntschaft mit Harry Alan Towers.

    Angefangen hat alles (mal wieder, und wie so oft) bei ProSieben. Vier Jahre lang arbeitete ich in Unterföhring als Redakteur, zuerst in der Abteilung Serie, dann bei der neu geschaffenen „Internationalen Koproduktion“ unter Rola Zayed (später verheiratete Bauer)…

  • Twin Peaks? Barbaras Schöneberge?


    Gerade wenn man denkt, deutsche Airlines seien nicht zur Ironie fähig, bekommt man im LTU-Flieger von Kapstadt nach München als Lektüre den Playboy angeboten – mit einem extra jugendfreien Cover für sensible Seelen. Selbiges ist aber in seiner Symbolik wieder so schön eindeutig, dass man gerne zugreift und in zehn Jahren auf solide Wertsteigerung bei Ebay hoffen darf.

    Darauf zu masturbieren? Eine Herausforderung.

  • Gut Ding will (Kurz)Weile haben…


    Manchmal liest man in Pressemeldungen Sachen, die mag man nicht glauben. Sachen, die genau so formuliert wären, wenn "Titanic" sie als Satire brächte.

    Die ARD produziert eine 60teilige Reihe von Dokus, die 60 Jahre deutsche Geschichte chronologisch präsentiert. Jedes Jahr bekommt – 15 Minuten.

    Und hier Thomas Baumann, ARD-Chefredakteur: "Das Reizvolle an diesem Projekt ist, dass es eben kein ’schneller Fernsehritt' durch 60 Jahre Geschichte wird. Jedem Jahr eine Viertelstunde zu widmen, das schafft den nötigen Tiefgang. Das erlaubt den 'zweiten Blick' über politische Schlagzeilen hinaus"…

  • Stolz auf Deutschland!


    Jawoll, ich bin’s – stolz auf Deutschland. Heute Abend ganz besonders.

    Warum?

    Weil sich eine ausreichende Mehrheit der Berliner heute gegen einen weiteren Betrieb des Flughafens Tempelhof ausgesprochen hat.

    Die Volksabstimmung wäre sowieso nicht bindend gewesen – und Wowereit hätte sie ignoriert.

    Es geht um etwas anderes – in einer beispiellosen Kampagne hatten Springers Boulevard-Blätter, allen voran BILD, in den letzten Monaten versucht, mit teilweise absurden nostalgischen Appellen Volkes Willen zu beeinflussen. Gegen jede Vernunft, gegen jede ökonomische Realität. Der Kampf wurde immer perfider, immer hanebüchener, je näher die Volksabstimmung rückte…

  • Letterman vs. die BILD-Übersetzer


    Die US-Late Night-Moderatoren machen sich seit Monaten über die möglichen Präsidentschafts-Kandidaten lustig, und je enger es in den Umfragen wird, desto häufiger tauchen die Politiker auch selber auf, um souverän Humor zu beweisen (eine Folge "Colbert Report" hatte letzte Woche Hillary Clinton und John Edwards live, sowie Barack Obama per Satellit). Vor knapp einem Monat stattete John McCain der Zahnlücke einen Besuch ab, was BILD.de so bemerkenswert fand, dass man einen Videoschnippsel auf die Webseite hob.

    Hier ein Screenshot:

    Gut, dass BILD die Übersetzung eingeblendet hat – ich hätte den Gag von Letterman sonst völlig missverstanden:

    Des Rätsels Lösung: BILD hat den falschen Clip aus der Sendung ausgewählt – warum das bei der Untertitelung allerdings niemand gemerkt hat, ist mir ein Rätsel…