Thema: Neues

  • TV-Kritik: Defiance


    Ich hatte auf den ersten Trailer vor einiger Zeit verwiesen. Syfy versucht sich an einem recht aufwändigen Crossover-Projekt: Spiel und Serie gleichzeitig, Gamer und Zuschauer sollen umfassend bedient werden. Das Spiel kam Anfang April raus, die Serie geht in diesen Tagen in mehreren Ländern an den Start.

    Wie gut das Zusammenspiel konzeptionell funktioniert, habe ich drüben im Hyperland knapp, aber ausführlich zusammen gefasst. Kurz gesagt: ich habe zumindest in diesem frühen Stadium das Gefühl, dass sich Spiel und Serie nicht pushen, sondern behindern. Das Spiel kann nicht ausreichend über die begrenzten Möglichkeiten der TV-Serie hinaus Spektakel bieten, die Serie darf nie wirklich introvertiert oder anspruchsvoll werden, weil sich das im Spiel nicht umsetzen lässt…

  • Cinema-Fundstück: Leistungsschutzrecht anno 1986


    Klingt komisch, ist aber so. Wie albern das heute klingt, ist ein sehr schöner Indikator dafür, wie albern die aktuellen Forderungen in 20 Jahren klingen werden. Gebracht hat der ganze Heckmeck auch nix.
    Die üblichen Verdächtigen haben unterschrieben.

    Es scheint unglaublich, dass die Kackfrechheit und Abstrusität der Forderungen damals niemandem aufgefallen sein soll. TV-Sender zahlen für Filmrechte – warum sollten sie NOCH MAL für den Erhalt der Filmindustrie zahlen? Wenn es dem Kino so schadet, warum stoppen die Filmverleiher dann nicht den Verkauf an die Sender…

  • Peroy presents: Sin Reaper


    Es ist meinen ungeteilten und gänzlich ehrlichen Respekt wert: Der Schocker "Sin Reaper" wird in den USA von der legendären Horrorzeitschrift "Fangoria" präsentiert und mit einer cool-comicesken Artwork als Cover vertrieben.

    Wer hier schon länger mitliest, wird sich vielleicht erinnern: hinter dem Co-Drehbuchautor Manuel Johnen versteckt sich niemand anderes als unser hauseigener Peroy!

    Es beweist, dass deutsche Genre-Produktionen in der Tat weltweiten Vertrieb finden können, der über Hinterhofklitschen und selbst gebrannte DVD-Rs hinaus geht. Und dass Peroy hier nicht ständig das Maul aufgerissen und auf dicke Eier gemacht hat, beweist obendrein, dass man kein "Ich…

  • Untermieter mit Dachterrasse und Buffet


    Unsere Wohnung liegt im zweiten Stock, der hohe Altbau entspricht eher dem dritten Stock. Die Rückseite des Hauses ist von wildem Wein zugewuchert. Vor unserem Küchenfenster haben wir einen kleinen Blumenkasten auf das Fensterbrett gestellt, gesichert mit einer Kette. Die Bepflanzung ist natürlich über den Winter hoffnungslos verwildert. Einen halben Meter darüber hängt ein Zinnschälchen mit einem Meisenknödel am Spieß – man hilft ja gerne der gefiederten Nachbarschaft durch die kalte Jahreszeit.

    Neulich fiel uns auf, dass der Meisenknödel nicht mehr ordentlich gepickt wird, sondern ratzfatz total zerbröselt in der Schale landet…

  • Cinema-Fundstück: Eckhard Schmidt und die Girls


    Eckhardt Schmidts erster Film hieß "Jet Generation – Wie Mädchen heute Männer lieben", es folgten "Erotik auf der Schulbank" und "Männer sind zum Lieben da". In den 80ern setzte er noch deutlicher auf pseudo-anspruchsvolle Sex & Gewalt-Melodramen, er ließ Desiree Nosbusch in "Der Fan" nackt zur Kannibalin werden, besetzte gerne Sex-Starlets wie Sibylle Rauch und Rebecca Winter.
    Die New Wave-Optik und der Nihilismus waren nie mehr als Pose, die Filme nicht gehaltvoller als "Zärtliche Cousinen" und "Eis am Stiel". Schmidts Szenenfotos kündeten immer stolz von den zu erwartenden fleischlichen Darbietungen, jede Publicity war gute Publicity…

  • Krazy Katusin is backer than ever!


    Die ausführliche Vorgeschichte findet ihr hier und hier.

    Ich hatte eigentlich nicht vor, mich noch mal mit Vjekoslav Katusin zu beschäftigen. Der kroatische Ex-Maurer mit den großen Filmambitionen ist in zwei umfangreichen Beiträgen ausreichend gewürdigt worden. Sein "Mafia"-Epos ("coming 2011") wurde ebenso als Luftschloss enttarnt wie seine diversen Freundschaften zu Superstars, seine Millionenbudgets und seine Sockenpuppen.

    Er machte dann auch prompt seine Fan-Facebookseite dicht, kündigte den YouTube-Account mit einem "Soundtrack", an dem er keinerlei Rechte besaß, und legte den Twitter-Account "Katusins World" heimlich, still und leise ad acta…

  • Hyperland berichtet aus der Uhrzeit


    Es macht mir sehr viel Spass, für das Hyperland-Blog zu schreiben – gerade weil ich dort nicht so schreiben darf, wie ich will. Die Länge der Texte ist streng begrenzt, was meiner Tendenz, vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen, zuwider läuft. Ich ziehe ja gerne den ganz großen Bogen, fange bei den Dinosauriern an und ende bei den Raketen. Es ist eine ganz besondere Herausforderung, das auch mit weniger als 3500 Zeichen zu schaffen. Es erzeugt im Idealfall verdichtete Miniaturen, kompakt, informativ, aber (hoffentlich) immer noch unterhaltsam…