Thema: Film, TV & Presse


  • BRAVO! Das Jahr 1971


    Letztes Mal hatten wir die launigen späten 80er, nun sind wir wieder in den beigen frühen 70ern unterwegs. Falls jemand sich nicht erinnert:

    Die BILD macht mit einem der ersten großen Fernsehskandale auf:

    Auch das kann man wunderbar auf YouTube "nachschlagen":

    Der SPIEGEL entdeckt die Landflucht der Jugend, die auch kein anhaltender Lifestyle-Wechsel werden sollte – sind heute alles Banker, Bullen und Berater:

    Deutlich relevanter in diesem Jahr ist allerdings dieses Cover des STERN, das eine breite politische und gesellschaftliche Diskussion auslöst:

    Und sonst so…

  • Hollywood Requiem: You’re done! Und dann?


    Ein neuer Mel Gibson-Film wurde gerade veröffentlicht:

    Und ein neuer Bruce Willis-Film:

    John Travolta? Dreht fleißig. Schwarzenegger? Bei der Arbeit.

    Aber wir leben nicht mehr im Jahr 1985. Oder 1990. Oder 1995. Was die alten Action-Recken – mit Ausnahme von Nicolas Cage – abliefern, ist meistens nur fader Schein. Filme, deren Poster und Trailer den Glanz vergangener Tage simulieren und die müde ihre Klischees kauen in der Hoffnung, irgendein Allesgucker werde auch hier zugreifen und der internationale Markt werde die lustlosen Fließbandprodukte schon in die schwarzen Zahlen hieven…

  • B-Film Basterds 2022 Nürnberg: Wahnwitz und Wehmut


    Ich konnte dieses Jahr nur an den zwei Haupttagen beim Festival dabei sein – der Urlaub mit der LvA auf Mallorca ging vor. Aber im besten Spirit der Basterds raste ich vom Flughafen aus heim, schmiss die Gattin und das Gepäck ab und drehte gleich wieder in Richtung A9, um so schnell wie möglich in Nürnberg zu sein. Und tatsächlich: rechtzeitig zum 21.30 Uhr-Screening von MAGNUM 45 konnte ich gut gebräunt die Badmovies-Veteranen fäustens begrüßen:

    Es geht nicht alles, aber was geht, das mache ich möglich…

  • YouTube-Perlen


    Bei mir gilt: wenn ich für nix Zeit habe, gucke ich YouTube. Gar nicht mal so die aktuellen Sachen. Klar ist es toll, wie viele super Shows es gibt, die mit Aufwand und Liebe produziert sind und bei denen man echt was lernen (oder auch nur lachen) kann. Was mich an YT aber wirklich begeistert, ist seine Funktion als Multimedia-Archiv. Gerade weil das Prinzip "erlaubt ist, was nicht verboten wird" lautet, findet man immer wieder unfassbare Raritäten, die entweder keinen legitimen Besitzer mehr haben oder deren Eigentümer sich zu schade für den Upload sind…

  • Die Popcharts 1988: The Fall of Modern Talking and the Rise of Stock, Aitken & Waterman


    1988 ist ein sehr ambivalentes Popjahr – man kann sehr viel mitsummen, oft sogar mitsingen, ohne es notwendigerweise gut finden zu müssen. Die grausame Modern Talking-Ära ist endlich vorbei, Italo-Disco wird durch die Hintertür aus dem Saal befördert, bewährte Bands wie Depeche Mode, INXS, Erasure und a-ha bleiben eine sichere Bank.

    Kehrseite: viel gesichtsloser Radio-Pop, den man irgendwie kennt, ohne jemals die Namen der Interpreten gelernt zu haben. Nach dem Ende von Modern Talking hat Bohlen Zeit, sich selbst und ein halbes Dutzend anderer Sänger zu produzieren – gefühlt ist er noch präsenter als 1987…

  • Scharlatan-TV


    "There’s a sucker born every minute."
    (angeblich P.T. Barnum)

    Ich bin im Urlaub – was mich nicht davon abhält, an der größten Blogreihe der Wortvogel-Geschichte zu arbeiten (dazu demnächst mehr). Nun gehört es zu den Eigenheiten der Recherche, dass man immer wieder Sachen ausgräbt, die nicht ganz zum Thema passen, in der Ballung aber selber einen Beitrag wert sind. Ein Spinoff quasi, die COLBYS zum deutlich populäreren DENVER-CLAN.

    Ebenso gehört es zu den Eigenheiten der Recherche, dass der Spinoff ein Eigenleben entwickelt, wenn man ihn genauer betrachtet…

  • Die Popcharts 1987: Kuschelrock und Comebacks


    Es ist soweit: der heilige <a href=" ein weiteres Mal alle Chart-Einträge der BRD gesammelt. Der Trend von 85 und 86 setzt sich fort – nach Jahren mutiger Experimente und neuer Sounds kommerzialisiert und amerikanisiert sich die Popmusik zum eingängigen Radiobrei. Große Gefühle, harte Kerle, freche Texte – kaum noch etwas fühlt sich authentisch an. Als hätte eine unheilige Chart-KI aus der Musik den kleinsten gemeinsamen Nenner extrapoliert und in eine Parade ähnlich klingender "Hits" verwandelt. Schweine-Rock. R&B, Kuschelrock-Balladen, Schlager – alles gesichtslos, seelenlos, entkernt…