Thema: Film, TV & Presse


  • Zuckerbrot & Peitsche: Das YouTube-Problem und die unschönen "Lösungen"


    Ich gestehe: Ich nutze, solange es sie gibt, Werbeblocker in meinem Browser. Das geht noch auf die Zeit zurück, als Werbung erheblich nerviger war – blinkende Popups, automatisch startende Videos, im Hintergrund geöffnete Tabs, etc. Es geht nicht nur um Bequemlichkeit, es geht um Sicherheit.

    Bei Webseiten, die ich oft besuche und deren Ansprüche ich respektiere, deaktiviere ich den Adblocker.

    Die Tatsache, dass Adblocker auch die Werbungen in YouTube-Videos unterdrücken, habe ich anfangs nur als netten Bonus gesehen. Erst als ich mal bei anderen Leuten und an anderen Geräten ein paar Videos schauen wollte, wurde mir klar, wie nervig und willkürlich das ist…

  • Fabulous Final Thoughts: The Marvelous Mrs. Maisel


    Ich gebe zu, ich bin ein wenig spät dran – THE MARVELOUS MRS. MAISEL startete in den USA im März 2017 und machte Corona-bedingt von 2019 bis 2022 Pause, um nach 43 Folgen im Mai diesen Jahres ins Finale zu gehen. Diverse Leute, denen ich durchaus vertraue, haben mir die Serie immer wieder empfohlen, aber ich entscheide so etwas nach Bauchgefühl – und was soll ich denn mit den Abenteuern einer jungen jüdischen Comedienne im New York der ausklingenden 50er anfangen? Andererseits hatte ich auch nie gedacht, dass mich das Schicksal einer Schachspielerin in den 60er Jahren begeistern könnte…

  • Archivarbeit: Wortvogel im SPIEGEL


    Vor fast 16 Jahren schrieb ich an dieser Stelle, dass der SPIEGEL sein gesamtes Textarchiv öffentlich zugänglich macht, und das nicht nur für Abonnenten. Damit waren die Inhalte aller Ausgaben seit 1947 durchsuchbar – was ich in der Folge für viele Artikel ausgenutzt habe. Meine einzige Kritik anno 2007:

    "Es wäre halt schön, auch KOMPLETTE Hefte als pdf laden zu können, statt nur einzelner Artikel."

    Ich habe die Sache nie weiter verfolgt, weil ich in der Tat das Digital-Archiv dringender brauche als PDF-Ausgaben der Hefte, die eher Sammlerwert haben…

  • Alles nur geklaut: Das gänzlich undeutsche deutsche Fernsehen (2)


    Man sollte meinen, dass das deutsche Fernsehen Anfang der 80ern schon genug aus den Kinderschuhen gewachsen war, um sich nicht mehr ständig am US-Markt zu orientieren. Aber weit gefehlt: Mit leichter Unterhaltung tat man sich immer noch schwer, es gab keine Soaps, keine Late Night Shows, keine Sitcoms. Da war noch viel Luft nach oben.

    Die zweifellos prägenden großen Serien der 80er waren "Das Traumschiff" und "Die Schwarzwaldklinik" – verfilmter Kitsch, der mehr dem deutschen Nachkriegs-Melodram verpflichtet war als dem Anspruch an irgendeine bundesrepublikanische Wirklichkeit…

  • Alles nur geklaut? Das gänzlich undeutsche deutsche Fernsehen (1)


    Im Nachklapp zur deutschen TV-Geschichte der 70er bin ich darauf gekommen, endlich mal ein Thema aufzugreifen, das mich seit Jahren umtreibt. So deutsch das Fernsehen besonders in seinen frühen Jahren auch gewirkt haben mag – oft genug hat es lediglich erfolgreiche Formate aus dem Ausland übernommen. In einigen Fällen hat man die Rechte für eine lokale Version eingekauft, oft genug hat man sich aber exakt so weit "inspirieren" lassen, dass man gerade noch an einer Klage vorbeischlitterte. Oder auch nicht.

    Dabei fällt auf, dass diverse legendäre deutsche Fernsehmacher, die Zeit ihres Lebens für revolutionäre Formate standen, zu den fleißigsten Kopisten gehörten…

  • Kino Kritik: FREELANCE


    USA 2023. Regie: Pierre Morel. Darsteller : John Cena, Alice Eve, Alison Brie, Christian Slater, Juan Pablo Raba, Marton Csokas u.a.

    Offizielle Synopsis: Der ehemalige Special Forces-Soldat Mason Pettits langweilt sich in seinem Job in einer mittelmäßigen Anwaltskanzlei und seinem Alltag als Familienvater zu Tode. Als sein alter Militärkumpel und Chef einer dubiosen privaten Sicherheitsfirma ihm einen Job als Bodyguard für die preisgekrönte Journalistin Claire Wellington anbietet, zögert er keine Sekunde und nimmt den Auftrag an. Der lautet: Er soll Claire auf ihrer Reise in das südamerikanische Land Paldonien beschützen, wo sie als erste Journalistin überhaupt den berühmt-berüchtigten Diktator Juan Arturo Venegas für ein Interview treffen soll…

  • Glotzen bis zum kotzen: Ein Fernsehabend in den 70ern


    Das deutsche Fernsehen vor dem Start des Privatfernsehens Mitte der 80er war erheblich behäbiger, spießiger, trister und weniger am tatsächlichen Interesse des Publikums interessiert als wir uns heute erinnern. Nach der Maxime "bilden, informieren, unterhalten" wurde gesendet, was man für richtig hielt, um das Fernsehvolk auf Spur zu halten. Das System der Rundfunkanstalten sorgte schnell dafür, dass sich verkumpelte Redakteure, Produzenten und Regisseure die Aufträge hin und her schieben konnten – bei teilweise (für damalige Verhältnisse) astronomischen Gehältern und Honoraren. Dabei fällt auf, dass man sich in erschreckender Weise und fast ausschließlich am Entertainment-Verständnis der Vorkriegszeit orientierte: Sendungen wie KLIMBIM, NONSTOP NONSENS und viele Show-Galas knüpften an das klassische Varieté und den Stummfilm an, wirkten schon damals bieder und anachronistisch…