Thema: Film, TV & Presse


  • TED LASSO und das Problem mit dem modernen Frauenbild


    Ich hatte es angekündigt (bzw. angedroht, je nach Sichtweise): Wir müssen nochmal über das Frauenbild von TED LASSO reden. Spoiler voraus.

    Klar ist, dass eine Serie über einen Premier League-Verein relativ wenige Möglichkeiten bietet, weibliche Charaktere zu entwickeln. So sind die meisten Nebenfiguren wie Pub-Besitzerin Mae und Rebeccas Freundin Sassy (die großartige Ellie Taylor) mit grobem Strich gezeichnet, funktionieren als Story-Katalysatoren und Stichwortgeber. Auch Ted Lassos Frau ist weit weg und eher Auslöser als tatsächliche Person.

    Bleiben Rebecca Welton, die Club-Besitzerin, und Keeley Jones, die Spielerfreundin, die im Laufe der Serie ihr Talent zum Marketing entdeckt…

  • Streaming-Kritik: TED LASSO


    Ich fühle mich wie im Paradies. Im Fernsehparadies. Erst MISS MAISEL, dann THE BEAR, und nun TED LASSO. Eine weitere Serie, die ich nie geguckt hätte, wenn nicht Menschen, deren Urteil ich vertraue, darauf bestanden hätten. Was sollte mich an einer Dramedy über einen amerikanischen Football-Coach interessieren, der eine mittelmäßige Londoner Fußballmannschaft übernimmt? Ich war vor fast 50 Jahren zwei Jahre lang mäßig einsatzfreudiger Rechtsaußen bei Wersten 04 – damit begann und endete meine Leidenschaft für das Gekicke.

    Aber wie gesagt: TED LASSO kam mit vielen Vorschusslorbeeren und einer Sackladung Preise, die man üblicherweise nicht nur für "anwesend und bemüht" verliehen bekommt…

  • Final Thoughts: WHAT IF… ? Staffel 2


    Zu ersten Staffel der Marvel-Trickserie schrieb ich vor über zwei Jahren:

    So kann das Urteil auch bei dieser Serie wieder nur lauten: Marvel hat viel versprochen, mehr geliefert – und dann noch einen oben drauf gesetzt.

    Kein Wunder, dass ich mich sehr darauf gefreut habe, neun neue Folge zu sehen, die zum Jahreswechsel gestreamt wurden. Der Vorfreude zuträglich war auch die sogar nochmal bessere Bewertung auf Metacritic.

    Darauf basierend muss ich davon ausgehen, dass die meisten Fans mit der neuen Staffel mehr als zufrieden sind…

  • Kino-Gastkritik: SILENT NIGHT


    Disclaimer : Ich lobe und preise seit Jahren die präzisen, klugen und von viel Fachwissen durchdrungenen Kritiken von Mark Tinta. Zu SILENT NIGHT, den ich mit dem Frankster vor einer Woche im Kino gesehen habe, trifft er mal wieder den Nagel auf den Kopf. Und weil man die gleiche Arbeit nicht zweimal machen muss, habe ich ihn gebeten, seinen Text mit Hilfe von DeepL ins Deutsche übersetzen zu dürfen. Es war noch ein wenig "Schleifarbeit" notwendig, aber das hier erspart mir die Mühe, Marks Argumente lediglich in eigene Worte zu fassen…

  • It’s a Wortvogel Christmas: Same procedure as every year


    Keine schwere Gedanken heute, keine weisen Sprüche.

    Das Wetter? Scheußlich. Zoltan wütet. Aber es macht das Zuhause umso gemütlicher. Wir werden vermutlich nachher noch den Ethanol-Kamin anwerfen. It’s beginning to look a lot like Christmas…

    Weihnachten mit der LvA und dem Bruder, der dafür aus Düsseldorf angereist ist. Eine sehr kleine Version dessen, was man Familie nennt. Plaudern, erinnern, viel essen. Gestern gab es selbstgemachte Pasta mit Spinat-Lachs-Sauce, auch das Brot haben wir eigenhändig geknetet und gebacken. Die LvA hat zum Heiligabend das Boeuf Bourguignon langsam zur Perfektion köcheln lassen, dazu gibt es Knödel gekocht und in Scheiben angebraten…

  • Fernweh im Kinosaal


    An manche Filme erinnert man sich, obwohl man sie nie gesehen hat. Klingt komisch, ist aber so.

    Ich habe vor mittlerweile 14 Jahre eine ganz persönliche Spurensuche über die Kinokultur Düsseldorfs geschrieben. In der kam auch die LICHTBURG vor, ein Kino auf der Königsallee, das nur knapp vor dem 100jährigen Jubiläum dicht gemacht wurde. Erfreulicherweise gibt es zum Gedenken bis heute eine Webseite.

    In der Lichtburg lief – an den Wochenenden, wenn ich mich recht erinnere -, ein Dokumentarfilm im Dauerprogramm. Ich weiß nicht, wie oft ich vor dem exotischen Plakat stand und davon träumte, mir das einmal anzusehen…

  • Mumpitz, Monstren, Mutationen: Die dunkle Seite der Daily Soaps


    Es gibt gerade in den Zeiten des Internets nur wenige "blinde Flecken" für Genre-Fans. Wer auf Horror, Science Fiction und Fantasy steht, kann sich über die Abenteuer mutiger Kosmonauten ebenso informieren wie über die Prügeleien maskierter mexikanischer Wrestler. Philippinische Superhelden? Been there, done that, bought the t-shirt.

    Tatsächlich gibt es aber eine Quelle von Genre-Motiven, auf die bisher kaum das hässliche Licht der Recherche geleuchtet wurde: die Soap Operas, in Deutschland auch gerne als Daily Soaps bezeichnet. Weil die Überschneidung der Zielgruppen von REICH UND SCHÖN und SAW relativ gering ist, bleiben die melodramatischen Perlen im Tagesprogramm weitgehend unentdeckt…