• BILD: Business as usual


    BILD hat derzeit praktisch den gesamten Webauftritt dem Massaker in Winnenden gewidmet – in geschmackvollem Schwarz, aber mit dem üblichen Mangel an Rücksicht oder Pietät. Es hätte schon geholfen, kein Bild von der Reporterin vor Ort zu zeigen, die freundlich lächelt. Kleinigkeiten.

    Sich darüber zu echauffieren, halte ich für sinnlos – so macht BILD das eben. Zyniker könnten sagen, so ein Blutbad ist für das Springer-Blatt (und andere, machen wir uns nichts vor) ein Geschenk. Sensationspresse braucht Sensationsnachrichten, und das hier ist eine.

    Erstaunt hat mich eigentlich nur, wie lässig BILD weiter unten zum Tagesgeschäft übergeht:

    Wäre es nicht einen Tacken besser gewesen, unter die Berichterstattung von Winnenden den Politik-Kasten zu setzen…

  • Ruhe da vorne! Movie-Mania 2009 (43) Heute: Der Springteufel


    Deutschland 1974 . Regie: Heinz Schirk. Darsteller: Dieter Hallervorden, Arno Assmann, Klaus Dieter Söder u.a.

    Ein Mann sitzt mit Koffer und Kofferradio an einer Autobahnauffahrt. Sein Pappschild sagt "Frankfurt", aber er lehnt alle Mitnahme-Angebote ab, bis ein reicher Unternehmer mit seinem Protz-Cabrio hält. Dann beginnt er systematisch, den selbstgefälligen Fahrer erst zu verunsichern, dann zu desorientieren, um ihn schließlich ganz offen mit einer Waffe zu bedrohen. Doch es geht ihm nicht um Geld, oder um Rache…

    "Didi" als psychopathischer "Hitchhiker from hell"? Wer hätt’s gedacht…

  • Kritikchen ohne Durchblickchen


    Der SPIEGEL schreibt seit jeher gerne mal kompletten Unfug, wenn es um Popkultur geht – Musik, Filme, Videospiele: da ist das Verständnis der zuständigen Redakteure oft begrenzt.

    Dieser Tage hängen sich viele Kritiker an der ironisch unzeitgemäßen, aber komplett belanglosen Kinokomödie "Shopaholic" auf. Eine kaufgeile und naive Protagonistin als erfolgreiche Wirtschaftsweise eines Business-Magazins? Wie geschmacklos. Wie unangebracht. Wie…

    Wie passend. Zu unterstellen, Uschi die Frisöse hätte den Karren an der Wallstreet schlimmer vor die Wand gefahren als die "Experten", scheint zumindest diskussionswürdig.

    Aber darum geht es mir nicht – und SPIEGEL online auch nicht: Hauptsächlich wird mokiert, dass hier unerträgliche Weibchen-Stereotypen transportiert werden, die mit feministischen Ideen unvereinbar sind…