Thema: BRAVO!


  • BRAVO! Das Jahr 1970


    Heute fange ich mit einer nostalgischen Blogreihe an, die – so alles klappt – 20 Teile umfassen wird. Da ich mittlerweile im Besitz aller BRAVO-Ausgaben von 1957 bis 1990 bin, habe ich in den letzten Wochen viel geschmökert. Es stellt sich raus, dass die Magazine einen sehr guten Schnappschuss ihrer Ära darstellen, nicht nur in in Sachen Musik und Mode. Die Reklame, die Sorgen der Teenager, die Optik, die Sprache – alles Zeitkolorit, auf Papier gedruckt wie in Kunstharz gegossen und für die Ewigkeit erhalten…

  • Endlich wieder Sommer: BRAVO und die Sorgen der Teenager (1)


    Wir hatten ja neulich bereits eine bunte Bilderschau von BRAVO-Covern – jetzt geht es ans Eingemachte. Wir besuchen die Praxis von Dr. Jochen Sommer, dem praktizierenden Pseudonym der BRAVO-Psychologen, der seit den 60er Jahren bei Pickeln und Petting, bei Notenöten und Discodebakeln berät. Ihm ist nichts fremd, ihm ist nichts peinlich. Besser als Papa oder Pornohefte um Rat bitten war die Lektüre der Leserbriefe allemal.

    Vor Dr. Jochen Sommer war übrigens Dr. Christoph Vollmer der Sorgenonkel der BRAVO-Leserschaft – etwas gestrenger, etwas biederer:

    Aber Ende 1968 war es Zeit für einen frischen Wind in der feingerippten deutschen Teenager-Unterwäsche – a star was born:

    "Dr…

  • BRAVO-Zeitreise (2): Früher war alles besser – aber viel schlimmer


    ACHTUNG! Es wird wieder sexy, spießig, gruselig, peinlich UND doof!

    Um 1960 rum war er mit Abstand (neben Horst Buchholz) der populärste "Coverboy" der BRAVO: Freddy Quinn. Die Jugendkultur, die das Blatt prägen sollte (und umgekehrt), war noch nicht ausreichend geformt, die Vorlieben der Eltern galten als fast deckungsgleich mit denen der Teenager.

    Es ist daher fast ein Treppenwitz der Geschichte, dass sich Quinn, als die Jugend ein paar Jahre später endlich ihre Stimmung und Haltung fand, zu einem widerlichen Stück Spießerpropaganda hinreißen ließ:

    Oktober 1968: Summer of Love, die Hippies, freie Liebe, Drogen und experimentelle Musik erschüttern das Nachkriegsweltbild…

  • BRAVO-Zeitreise: Altes für die Jungen


    Ich habe in den letzten Monaten nicht mehr so viel über die Digitalisierung meines Archivs berichtet. Das heißt nicht, dass ich nicht fleißig war. Nach diversen Versuchen mit Overhead-Scannern und Handys und Profi-Kopierern bin ich am Ende dort gelandet, wo ich hätte anfangen können: beim simplen Duplex-Multifunktionsdrucker in meinem Home Office. Der hat mir zum Jahreswechsel 21/22 mehrere tausend Seiten alter Zeitschriften klaglos gescannt.

    So vermelde ich denn heute: Ich habe sie alle. Alle Ausgaben der BRAVO von 1957 bis 1990, alle Ausgaben der TITANIC von 1978 bis 2020, alle Ausgaben der CINEMA von 1977 bis 2000, alle Ausgaben des deutschen MAD von 1967 bis 1995, alle Ausgaben ZACK von 1972 bis 1980…

  • BRAVO: 40 Jahre Pubertät


    Es ist seltsam, was sich manchmal ins Gedächtnis brennt. Banale Dinge, die man dennoch nie vergisst. Bilder, die bleiben. Das hängt sicher mit dem emotionalen und manchmal auch hormonellen Impact zusammen.

    Vor 40 Jahren z.B. kam die vorletzte BRAVO des Jahres 1981 auf den Markt:

    Ich habe sie nicht gekauft. Gott bewahre. BRAVO war mir zu doof. Das wusste ich mit 13 schon. Aber sie lag bei meinem Kumpel Reiner im Kinderzimmer. Reiner war ein Schrauber und Tüftler und immer etwas neben der Spur – statt C64 und Amiga kaufte er sich den Acorn Electron und später den Sinclair QL Wir haben uns dann auch auseinander gelebt und die letzte Info, die ich über ihn habe, ist diese: irgendeine Ische hat ihn für ein Kind blechen lassen, das gar nicht seins war…

  • Flashback: Bravo 1978


    Selbst Kai Meyer meinte neulich in einem Facebook-Kommentar, ich sei ein Nostalgiker – mittlerweile kommen mir plausible Gründe abhanden, das zu bestreiten. Je älter man wird, desto größer ist die Zahl der Jahr(zehnt)e, auf die man zurückblicken kann – und desto größer wird die Zahl derer, die diese Jahr(zehnt)e nicht erlebt haben. Das Leben drängt mich fast zwangsläufig in eine "zu meiner Zeit…"-Position.

    Gestern zum Beispiel. Da haben wir für eine Reportage ein saucooles Shabby Chic Café mit zugehörigem Antiquitätenhandel besucht. Und was liegt da in einer Scheune…

  • Bezahlter Diebstahl – Ross und Reiter (NACHTRAG)


    Natürlich wird Content im Internet durchgereicht. Das Web ist eine Sharing-Kultur, darum ist der Share-Button neben dem Like-Button auch die wichtigste Funktion von Facebook. Könnte ja sein, dass der Freundeskreis das lustige Katzenvideo oder den zutiefst wahren Spruch über das Leben noch nicht kennt. Persönlich reizt mich das weniger, weil ich den Wortvogel gestartet habe, um genuinen Content zu produzieren.

    Es gibt aber Auswüchse der Sharing-Kultur, die mich nerven. Wenn Ideen- und Themenklau zum Geschäftsprinzip erhoben werden. Kein Konzept – nur noch billig zusammen geschustertes "Best of" des Internets, versehen mit diesen unsäglichen "Was dann geschah, konnte niemand ahnen!"-Headlines oder den nicht minder ekligen "Bei Nr.5 musste ich weinen"-Anreißern…